Handelsrecht

ist der Teil des Zivilrechts, der das besondere Recht für Kaufleute regelt.

Es ist vor allem im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt und gilt grundsätzlich nur für Rechtsbeziehungen zwischen Kaufleuten untereinander.

Als Handelsrecht im engeren Sinne wird dabei nur das Recht des Handelsstands (Erstes Buch des HGB), die Vorschriften über die Handelsbücher (Drittes Buch des HGB) und das Recht der Handelsgeschäfte (Viertes Buch des HGB) bezeichnet.

Das Handelsrecht modifiziert und konkretisiert das Bürgerliche Recht im Hinblick auf die besonderen Anforderungen und Bedürfnisse, die Kaufleute an ihren Rechtsverkehr richten und die im Wirtschaftsverkehr erforderlich sind.
Wesentliche Ziele des Handelsrechts sind dabei:

  • rasche Geschäftsabwicklung (z. B. unverzügliche Mängelrüge gemäß §§ 377, 378 HGB)
  • Rechtsklarheit, Publizität und erhöhter Vertrauensschutz (§§ 5, 15, 366 HGB)
  • stärkere Bindung an Gebräuche und Gepflogenheiten (§ 346 HGB)
  • verstärkte Selbstverantwortung des Handelnden (§ 348 ff. HGB)

Soweit das Handelsrecht keine eigenen Regelungen trifft, bleibt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) anwendbar.

Der weite Begriff des Handelsrechts umfasst neben den oben genannten gesetzlichen Bestimmungen beispielsweise auch:

  • das Recht der Handelsgesellschaften (Zweites Buch des HGB, GmbHG, AktG, GenG)
  • das Bank- und Börsenrecht
  • das Privatversicherungsrecht (VVG, PflVG)
  • das Wertpapierrecht (ScheckG, WechselG, DepotG)
  • das Wettbewerbsrecht (UWG, GWB, UrhG)
  • das Warenzeichenrecht (GeschmMG, MarkenG)

Ansprechpartner:

Opens internal link in current windowRA Dr. Martin Bartmann

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